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zurück zur Übersicht | Artikel vom 03.06.2021

Rotweiße Mützen sorgen für Sichtbarkeit

Sonnige Tage, steigende Temperaturen und trotzdem tragen einige Poller im Cloppenburger Stadtgebiet in diesen Tagen rotweiß-gestreifte Wollmützen. Der Hintergrund ist ernst.

„Graue, einfarbige Poller auf grauer Pflasterung sind oft schwer zu erkennen und werden so zu einer Unfallgefahr, insbesondere für Menschen mit einer Seheinschränkung. Deswegen ist es wichtig, dass sich Hindernisse kontrastreich vom Hintergrund abheben“, weiß Hildegard Stukenborg, erste Vorsitzende des Regionalvereins Landesteil Oldenburg im Blinden- und Sehbehindertenverband Niedersachsen e.V. (BVN).

Für die selbst seheingeschränkte Frau war es daher eine Selbstverständlichkeit sich im Rahmen des Sehbehindertentages der deutschlandweiten Wollmützenaktion des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbands e. V. (DBSV) anzuschließen. Unterstützt wurden sie und die Vereinsmitglieder vor Ort dabei von Organisatorin Tanja Kleiböhmer, die mit anderen Freiwilligen insgesamt 17 Pollermützen für Cloppenburg und Vechta gestrickt bzw. gehäkelt hat.

Das nicht von heute auf morgen alle Hindernisse aus der Welt geschaffen werden können, ist den Betroffenen durchaus bewusst. Trotzdem wollen sie mit der Aktion auch für die zukünftigen Gestaltungen des öffentlichen Raums sowie für mehr Miteinander aller Verkehrsteilnehmer im Straßenverkehr sensibilisieren.

Beeindruckt von der Aktion zeigte sich bei einem gemeinsamen Termin auf dem Rathausvorplatz Bürgermeister Dr. Wolfgang Wiese: „Es ist sehr hilfreich, dass wir solche Anstöße von Betroffenen bekommen. Manchmal denkt man, da hätte man auch selbst draufkommen können. Deswegen ist der gemeinsame Austausch so wichtig“. Wiese hatte noch einen Tipp für den Verein und seine Mitglieder parat: „Machen Sie weiter so, sprechen Sie Herausforderungen aktiv an, damit wir gemeinsam Lösungen für Herausforderungen finden“. Als gutes Beispiel dafür lobte er auch den Beirat für Menschen mit Behinderung der Stadt Cloppenburg, der sich auf politischer Ebene für die Belange der Interessengruppe aktiv einsetzt.

Der Beirat für Menschen mit Behinderung ist telefonisch unter der Nummer 0152/ 585 700 31 oder per E-Mail (behindertenbeirat.clp@gmx.de) erreichbar.

Wer sich an den Blinden- und Sehbehindertenverband Niedersachsen e.V., Regionalverein Oldenburg wenden möchte, kann dazu Kontakt zu Hildegard Stukenborg aufnehmen. Sie ist telefonisch unter 04441/ 95 150 97 oder per E-Mail (hildegard.stukenborg@web.de) erreichbar.